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Kreativität auf Knopfdruck! Geht das?

„Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Machen Sie doch mal schnell…“

Ein Kunde kommt und erwartet von mir Kreativität! Es droht ein wirklicher Auftrag! Ich muss aktiv werden! Und dies fordert in vielen Fällen sofort meine Kreativität. Ich muss:
– Kosten kalkulieren
– Projekte planen
– Logos entwickeln
– Konzepte entwickeln
– Headlines formulieren
– Räume spannend anordnen
– Bilder finden usw.

Was versteht man unter Kreativität?

„Kreativität ist schöpferisches Denken, Bezeichnung für die Möglichkeit eines Individuums, bei Problemlösungen neue Beziehungen zu finden, relativ flüssig und flexibel neuartige Einfälle und originelle Lösungen zu produzieren“ (Zitat aus DTV-Lexikon der Psychologie). Und was sagt Wikipedia dazu? Kreativität ist allgemein die Fähigkeit, etwas vorher nicht da gewesenes, originelles und beständiges Neues zu kreieren. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ansätze, was Kreativität im einzelnen auszeichnet und wie sie entsteht.

Außerdem ist Kreativität eine Eigenschaft lebender Systeme. Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das sich selbst organisierend in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht. Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Deshalb wird davon ausgegangen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt unbewusst „komponieren“. Diese Fähigkeit bleibt bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten.

Psychologen gehen davon aus, dass Kreativität immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt stattfindet. Laut Kognitionswissenschaftlern ist außergewöhnliche Kreativität im Gegensatz zur alltäglichen nicht nur für die kreative Person, sondern auch für andere Menschen bedeutsam. Dabei existieren viele Übergänge von alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität. Beide entwickeln sich in einem Zusammenspiel von Begabungen, Wissen, Können, intrinsischer Motivation, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden Umgebungsbedingungen. Allerdings ist Kreativität nicht immer leicht zu verwirklichen. Schöpferische Tätigkeiten sind häufig mit Spannungszuständen verbunden.

Aus psychologischer Sicht sind neben guten, aber nicht notwendigerweise Höchstbegabungen für Kreativität flüssiges Denken und Assoziationsfreude sowie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und zur Grenzüberschreitung bedeutsam. Aus diesen Fähigkeiten und Einstellungen entstehen aber nur neue und brauchbare Produktionen, wenn flüchtige Einfälle festgehalten und kompetent ausgearbeitet werden.

Kreativität auf Knopfdruck

Das Abrufen von kreativen, gestalterischen, organisatorischen und technischen Leistungen muss immer dann erfolgen, wenn es der Kunde von mir fordert. Hierbei nehmen meine Kunden leider keine Rücksicht auf meine persönliche Befindlichkeit. Ich muss als Mediengestalter dann kreativ werden, wenn es die Situation von mir verlangt. Dies ist Teil der beruflichen Kompetenz von Mitarbeitern in der Medienindustrie. Um persönliche Kreativität zu entwickeln, zu erhalten und vor allem bei Bedarf zu aktivieren, ist es notwendig, individuelle Kreativitätskompetenzen so zu entwickeln, dass es möglich wird, die erforderliche Kreativitätstechnik sozusagen „auf Knopfdruck“ abzurufen. In „normalen“ gesellschaftlichen Gesprächen und Diskussionen wird es üblicherweise kaum zu einem ungehemmten Gedankenaustausch kommen, da von jedem Teilnehmer in der Regel ein bestimmtes Rollenverhalten eingenommen und oftmals auch erwartet wird.

So ist das Rollenverständnis Chef – Angestellter, Lehrer – Schüler, Kreativdirektor – Mediendesigner durch gesellschaftliche und betriebliche Normen aller Art unbewusst festgeschrieben. Gerade die im Alltagsumgang zu beobachtende emotionale Verschlossenheit darf bei Kreativsitzungen nicht in Erscheinung treten, da sie als störend und kreativhemmend empfunden wird. Da kaum jemand das traditionelle Rollenverhalten innerhalb von wenigen Minuten ablegen kann, bedarf es eines gewissen Trainings, bis man in Kreativteams abseits des Normverhaltens gemeinsam zu brauchbaren Kreativergebnissen gelangt. Das Arbeiten mittels Kreativtechniken greift nicht auf traditionelle oder normierte Verhaltensmuster zurück, sondern nutzt intuitiv und ungerichtet Assoziationen, Analogien, Varianten und Abstraktionen – wenn sich die einzelnen Teammitarbeiter darauf einlassen und darin geübt sind!

Grafiker und Kreativität: Untrennbar

Kreativitätstechniken

Nach dem Auftragseingang und dem dazugehörenden Briefing müssen Kreative aktiv werden. Dazu gehört es, dass Mediengestalter Kenntnisse über einige Kreativmethoden aufweisen, die „Kreativität auf Knopfdruck“ ermöglichen. Um ein Projekt zu starten, eignet sich z.B. die Mindmap, um erste Gedanken und Ideen zum Projekt festzuhalten und zu strukturieren. Es handelt sich hierbei um eine einfache grafische Darstellung der Gedanken zum geplanten Projekt, die es erlauben, auf eine übersichtliche grafische Art und Weise kreative Gedanken und Strukturen darzustellen.

Das Mindmap führt dann zu den konkreten Kreativitätstechniken wie z.B. Brainstorming und Brainwriting, die beide gut geeignet sind zur Ideenfindung und um kreative Problemlösungen zu entwickeln. Die Methode 6-3-5 ist die bekannteste Technik des Brainwritings. Dabei kombiniert das Brainwriting die Vorteile des Brainstormings mit denen kreativer Schreibtechniken wie etwa der kreativen Schreibmeditation.

Die Methode 6-3-5 wird in in einem Team durchgeführt. Die Ideen werden schriftlich – und weitgehend kommentarlos – gesammelt. Dadurch können auch ruhigere Teammitglieder ihre Gedanken problemlos einbringen. Vorteil dieser Methode ist, dass
– alle Teilnehmer aktiv werden
– alle Teilnehmer in Ruhe selbst überlegen können
– alle Teilnehmer sich durch die Ideen der anderen anregen lassen und
– alle Ideen durch Scribbles dokumentiert werden.

2017-03-30T16:02:46+00:00 By |
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