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Corporate Design? Was ist das?

Corporate Design – Gesicht eines Unternehmens

 


Corporate Design (CD) = einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel

Das Corporate Design (kurz: CD) ist das innere und äußere Erscheinungsbild eines Unternehmens, einer Behörde oder einer anderen Institution.

Corporate Design sorgt dafür, dass das Unternehmen einmalig, unverwechselbar und individuell wird. Damit beeinflusst das Corporate Design wesentlich das Image eines Unternehmens oder einer Institution. Dazu gehören vorrangig die Gestaltung der Kommunikationsmittel (Wortzeichen = Firmenschriftzug | Bildzeichen = Firmensignet | Wort-Bild-Zeichen = kombiniertes Firmensignet), aber auch die Gestaltung der Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackungen, Internetauftritte und die Produktgestaltung.

Ein CD gibt einem Unternehmen gegenüber dem Kunden also ein Gesicht. Im besten Falle einzigartig, sorgt das CD für eine individuelle Wiedererkennbarkeit des Unternehmens / der Marke / des Produkts. Das Corporate Design ist das Fundament für eine emotionale Bindung an das Unternehmen.

Dabei spielt es keine große Rolle, welche Größe das Unternehmen hat. Man muss nicht Porsche sein, um ein Corporate Design zu benötigen. Denn vor allem kleine bis mittelständische Unternehmen profitieren von einem professionellem Erscheinungsbild mit Wiedererkennung.

Der erste Eindruck zählt.

Ein einzigartiges Logo. Klare und gut lesbare Schrift. Ein einheitliches Farbkonzept. Ansprechende und ästhetische Bildwelten. Ein individueller Claim. All dies zusammen vermittelt – oftmals ohne dass man es bewusst merkt – einen homogenen und vor allem kompetenten und professionellen Eindruck.

Das Gegenstück davon, also ein Auftritt ohne CD, wirkt austauschbar, generisch, unprofessionell und inkompentent. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Unternehmen im Gedächtnis bei einem potentiellen Kunden hängen bleibt, strebt gegen null.

Ein Corporate Design kann doch jeder.

Sie irren sich, falls Sie glauben „CD? Das kann doch jeder!“, denn die Entwicklung und Umsetzung eines Corporate Designs ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Mediengestalter oder Grafikdesigner. Ein Aufgabe die Zeit braucht und Geld kostet. Leider sind sich die Auftraggeber darüber nicht immer im Klaren.

Doch ist dieses Geld gut investiert, wenn man bedenkt, dass ein CD über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte das Image eines Unternehmens prägt.

 

Corporate Design Tipps

Ein Corporate Design (kurz: CD) ist die einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel

 

Was bringt Corporate Design?

Corporate Design bringt vor allem dem Auftraggeber einen Nutzen.

Von der Warte des Grafikdesigners heißt das „Kundennutzen“ und bringt somit auch ihm selbst einen Nutzen. Genauer gesagt bringt es dem Auftraggeber zwei Nutzen:

  • Ein stringent durchgehaltenes Erscheinungsbild fürt zur spontaneren Wiedererkennung bei den Zielgruppen.
  • Der Gestalter muss das Rad nicht bei jeder Gestaltungsaufgabe neu erfinden. Die Hausfarben sind fixiert, die Schrift auch. Vereinfacht ausgedrückt, muss der Grafiker diese beiden bestehenden Parameter nur noch heranziehen und die aktuelle Werbebotschaft damit verpacken. Das spart Zeit.

 


Bessere Wiedererkennung durch Corporate Design

Das Corporate Design ist also das Kleid eines Unternehmens.

Stellen Sie sich eine Person vor, die wie ein Chamäleon ihr Aussehen täglich wechselt: mit anderem Kleidungsstil, anderer Frisur in neuer Farbe, anderer Brille – einfach allem. Natürlich erkennen wir manche Personen schon von Weitem an ihrem Habitus oder auch ohne Sichtkontakt an ihrer Stimme. Doch die Freunde dieser Person haben es schwerer, sie auf der Straße oder im Café zu erkennen und nicht zu übersehen. Leichter fällt uns das schon bei Personen, die einen unverwechselbaren, eigenständigen Stil pflegen, wie zum Beispiel die Prominenten Karl Lagerfeld oder Heino.

Mit dem Corporate Design verhält es sich genauso. Ein Logo reicht als Erkennungsmerkmal eines Unternehmens in den meisten Fällen ebenso wenig als Erkennungsmerkmal aus wie die Brille einer Person, wenn der Rest des Outfits mit jedem Kalendertag wechselt. Oder würden Sie Heino allein an seiner dunklen Brille erkennen, wenn er statt des üblichen Blondschopfs den Haarstil eines Punkers übernehmen würde?

 


Corporate Designer

Die Aufgabe des Grafikdesigners liegt dabei nicht im Bereich des Verhaltens und der verbalen oder schriftlichen Kommunikation, sondern darin, das Erscheinungsbild des Unternehmens zu definieren oder in der Umsetzung von Werbemaßnahmen einzuhalten.

Grafikdesigner sind für durchdachte Corporate Designs und deren stilgerechte Ausführung verantwortlich.

Angefangen bei der Visitenkarte, über Briefpapier, Kuverts und Stempel, Inserate, Plakate, Broschüren, Folder, Internet-Auftritte, Firmenfahrzeuge, Leitsysteme innerhalb der Unternehmensliegenschaften, Bekleidung und Verpackungen – alles sollte einem gemeinsamen Stil folgen, sollte die Identität des Unternehmens gleichbleibend und glaubwürdig zum Ausdruck bringen, sollte das Leitbild spiegeln. Das kann so weit gehen, dass auch Architektur und fotografischer Stil einem vordefinierten Standard folgen, was jedoch bei kleinen Unternehmen aufgrund eingeschränkter finanzieller Ressourcen wohl eher die Ausnahme ist.

Es gilt auch, dass man die Anwendung des Corporate Designs nicht bis ins Unerträgliche hinein übertreiben sollte. Wer Rot als Firmenfarbe hat und Wände wie Einrichtung seiner Bürogebäude nur in diesen Farben ausführen lässt, tut wahrscheinlich des Guten zu viel und seinen Mitarbeitern nicht unbedingt einen Gefallen.

 

Corporate Designer Köln

Grafikdesigner sind für durchdachte Corporate Designs und deren stilgerechte Ausführung verantwortlich.

10 Bestandteile für ein gutes Corporate Design

Welche Zutaten gehören eigentlich zu einem guten Corporate Design? Wie verarbeitet man sie? Wie setzt man sie ein? Hier sind die 10 wichtigsten Antworten. Für Köche, die in ihrer eigenen Design-Küche aktiv sind. Und für Gäste, die wissen möchten, wie es um ihr bestelltes Gericht steht.

 


1. Funktionalität

Ein Gericht muss nicht nur schmecken, es muss vor allem satt machen. Anders gesagt: Es muss funktionieren. Ein Corporate Design (CD) steht durch die mediale Vielfalt unter großem Druck – heute mehr denn je. Ein riesiges Plakat (Blow-up) in der Innenstadt muss genauso problemlos bedient werden wie eine Medium-Rectangle-Anzeige im Internet.

 


Ein Logo ist der Ofen eines Corporate Designs. Sein Herz. Sein wichtigstes Element. Mit ihm steht und fällt ein gutes CD. Ist es einwandfrei umgesetzt, läuft der Rest wie von allein. Ist es schlecht umgesetzt, ist es schwer, wieder aufzufangen.

Ein gutes Logo wirkt schon auf einer weißen Fläche. Die Logo-Entwicklung beginnt daher nicht am Computer, sondern auf einem Blatt Papier. Erst wenn man sich seiner Gestaltung sicher ist, arbeitet man in einem Grafik-Programm weiter.

Ein Logo muss sehr eigenständig und simpel gehalten werden. Es muss auf einem Lastwagen, aber auch auf dem Haltebügel eines Kugelschreibers funktionieren. Der renommierte Grafikdesigner, Typograf und Hochschul-Lehrer Kurt Weidemann hat in einem Satz den Nagel auf den Kopf getroffen: „Ein Logo ist gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“

 


3. Farben

In der Werbe-Psychologie spielt die richtige Farbwahl eine wichtige Rolle. Viele Marken kommen mit nur einer einzigen Unternehmensfarbe aus. Dadurch entwickeln sie eine gewaltige Kraft. Beispiele sind z. B. Greenpeace, Coca Cola oder Unilever. Die Konzentration auf eine Farbe vereinfacht auch Produktionsprozesse.

In der Regel ergänzt man die Hauptfarbe durch eine zweite untergeordnete Farbe (siehe McDonalds, Shell oder Pepsi). Jede weitere Farbe sollte man sich gut überlegen. Das Resultat wird schnell zu bunt.

 


4. Grafische Elemente

Das moderne Corporate Design verzichtet zunehmend auf verspielte grafische Elemente. Es setzt eher auf kontrastreiche Flächen im Zusammenspiel mit Weißraum. Das Ziel: flexibel den unterschiedlichen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.

Tipp: Legen Sie bei komplexen grafischen Elementen fest, wo und wie Sie diese einsetzen. Fragen Sie sich: Was passiert, wenn eine 45 x 45 mm kleine Anzeige gestaltet werden soll? Wenn nur eine Druckfarbe zur Verfügung steht? Wenn in einem sehr groben Raster gedruckt wird? Wie sieht Ihr CD im Zeitungsdruck oder auf einer Brötchentüte aus?

 


5. Bühnen

Headlines und Texte müssen gut lesbar sein. Vermeiden Sie es, diese direkt auf Bildern zu platzieren. Besser sind bildlich gesprochen Bühnen, die Sie auf verschiedene Hintergründe und Fotografien setzen können. Diese Text-Bühnen heben die Texte hervor. Sie müssen sich flexibel an ihren Inhalt anpassen können. Das gelingt beispielsweise, indem Sie die Höhe nicht millimetergenau festlegen, sondern variabel lassen.

 


6. Typografie

Die richtige Wahl der Hausschrift ist maßgebend für das Erscheinungsbild eines Unternehmens. Sie ist die gute Seele des Firmenbildes. Das Salz in der Suppe.

Auch dabei ist einiges zu beachten. Durch zu viele verschiedene Schriftarten wirkt ein Corporate Design schnell unruhig. Wählen Sie lieber sorgfältig eine Schriftfamilie mit möglichst vielen Schnitten aus, z. B. light, regular, bold, medium, black oder auch condensed.

 


7. Aufbau und Blickverlauf

Was ist Hauptgericht, was nur Beilage? Die grafischen Elemente eines CD dürfen nicht um Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Schaffen Sie eine klare Hierarchie. Nur ein Element, meistens die Headline, steht im Vordergrund. Alles andere ordnet sich unter.

Beschäftigen Sie sich mit Blickverlaufs-Analysen. Diese können, je nach grafischem Aufbau, unterschiedlich ausfallen. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen: Der Blick eines Betrachters steigt mittig im Motiv, schwenkt in die linke obere Ecke und dreht, um rechts unten zu enden. Oft stößt er hier auf den Absender, also das Logo.

 


8. Eigenständigkeit

Es ist wichtig, ausgiebig das Branchen-Umfeld zu sondieren. Wie sehen die Farbräume, Bildwelten und Grafik-Elemente von Wettbewerbern aus? Wo liegen dazwischen Räume für eine eigene Identität? Holen Sie sich zusätzliche gestalterische Inspirationen aus anderen Bereichen, z. B. aus Musik oder Sport. Gute Inspirations-Quellen gibt es viele.

 


9. Materialien

Jedes leckere Gericht verdient einen guten Teller. Haptische Erlebnisse tragen genauso wie eine gute Gestaltung zur positiven Erscheinung einer Firma bei. Auf welchem Papier wird gedruckt? Ist es überhaupt Papier? Vielleicht nehmen wir auch ein Stück Holz und branden unser Logo samt Kontaktdaten drauf. Fertig ist die individuelle Visitenkarte. Die bleibt garantiert im Kopf. Und sorgt beim Neukunden-Termin für ein erstes Gesprächsthema.

 


10. Zeit

Ein Corporate Design muss wachsen. Es muss sich beweisen. Oder im Zweifel in den Details sogar angepasst werden, bevor es endgültig niedergeschrieben wird. Nur so ist gewährleistet, dass es den hohen Anforderungen jahrelang gerecht bleibt.

Das Kochbuch für ein gutes Corporate Design legt den Gestalter nicht in Fesseln. Vielmehr offenbart es täglich neue Überraschungen. Und hat für jeden Anlass eine passendes Menü.  Wer einen solchen Gestaltungs-Leitfaden für sein Unternehmen entwickelt, hat Spaß an der Arbeit und spart Zeit und Kosten.

2017-03-30T16:01:43+00:00 By |
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